Archiv der Meldungen des Ambulanten Hospizdienstes Weil der Stadt e.V.

Kurs für neue Ehrenamtliche abgeschlossen

Der ambulante Hospizdienst Weil der Stadt e.V. freut sich über die erfolgreiche Teilnahme von neun Frauen und einem Mann am Vorbereitungskurs zur Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Der Kurs wurde geplant und durchgeführt von der Koordinatorin des Weil der Städter Hospizvereins Frau Beate Lehmann, sowie von Frau Iris Schell und Frau Annette Jetter-Laub, alle drei sind Ausbilderinnen mit langjähriger Praxis.

Über einen Zeitraum von fünf Monaten hinweg haben sich die TeilnehmerInnen des Kurses mit den Themen Trauer und Trost, Wahrnehmung und Kommunikation beschäftigt und sich intensiv mit dem Sterben und der Sterbebegleitung auseinander gesetzt.

In unterschiedlichsten Herangehensweisen wurden inhaltliche Informationen zu verschiedenen Krankheitsbildern, den einzelnen Phasen des Sterbeprozesses aber auch zur Tradition der Hospizbewegung vermittelt.

Die eigenen Ressourcen und Kraftquellen wurden reflektiert und bewusst gemacht, um so einen besonders achtsamen Umgang mit Menschen in dieser elementaren Lebenssituationen einzuüben.

Der Besuch eines Bestattungsunternehmens ermöglichte sehr weitgehende Einblicke in kulturell geprägte, bis zu einem gewissen Grad auch öffentlich sichtbare Bestattungsgewohnheiten und Vorschriften. Hier ging es besonders auch um den Aspekt der Trauerbewältigung der Angehörigen. Vertieft wurden die Eindrücke durch eine Führung über den Trauerweg auf dem Friedhof in Renningen.

Die bestehende Gruppe von ehrenamtlich Tätigen freut sich, dass sie nun weitere HelferInnen im Team hat.

Wenn sie Unterstützung brauchen bei der Begleitung ihrer Angehörigen auf dem letzten Lebensabschnitt, sei es im privaten Umfeld zu Hause, oder aber auch bei im Pflegeheim lebenden Menschen, sind wir gerne für Sie da.

Über das Hospiztelefon, Tel.07033/80405 dürfen Sie sich an uns wenden, gerne können sie auch auf den Anrufbeantworter sprechen, wir rufen Sie bald möglichst zurück.

Iris Schell nimmt Abschied vom ambulanten Hospizdienst

Nachfolge tritt Beate Lehmann an

Nach zwölf Jahren als Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Weil der Stadt geht Iris Schell in den wohlverdienten Ruhestand. Bei einer kleinen, vereinsinternen Feierstunde im St. Augustinus wurde die 64-Jährige verabschiedet – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie viel den Menschen an ihr liegt, wurde dabei mehr als deutlich.

Vertreter aus den Reihen der Ehrenamtlichen dichteten für Iris Schell, spielten auf der Blockflöte und sangen sogar „Don’t worry, be happy“ inklusive passender Smileys für sie. Viele liebevoll gestaltete, gut durchdachte Geschenke vom Vorstand, der Stadt und den Ehrenamtlichen zauberten Iris Schell ein Lächeln ins Gesicht. Sie war sichtlich gerührt von so viel Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Das hat sich Iris Schell den Rednern zufolge mit ihrer Arbeit auch redlich verdient. Sie habe den Hospizdienst immer gut vertreten, befand Vorsitzender Dr. Eberhard Röhm. Sie habe sich um vieles immer sehr bemüht, sei es die Reihe „Hospiz und Kino“, die Beratungstermine zur Patientenverfügung und Vollmachten, das Trauercafé oder die Kurse. „Für Menschen, die uns gebraucht haben, gab es immer Zeit und keine Sprechstunden“, erzählte Iris Schell. „Iris Schell ging in ihrer Arbeit auf“, bescheinigte Röhm. Und sie habe ihre Arbeit toll gemacht. Röhm habe die „gute Zusammenarbeit“ immer sehr genossen. Iris Schells Weg sei oft ein „schnörkelloser und geradliniger, immer sehr direkter“ gewesen.

2008 hat Iris Schell die Stelle als Koordinatorin des Hospizdienstes angetreten. Die Hospizgruppe existiert bereits seit über 25 Jahren, im Jahr 2007 gründete man einen Verein und richtete eine hauptamtliche Leitungsstelle ein. Diese hatte Irmela Dietz inne – eine Bekannte von Iris Schell. So erfuhr sie auch von der Stelle. Als Diplom-Pädagogin hatte Iris Schell bis dahin FSJ-Kurse pädagogisch begleitet, in denen Leute ausgebildet wurden, die ihren Dienst im Altenheim leisten wollten. Dadurch kam sie mit dem Thema in Kontakt, mit Leid, Tod und Sterben. Iris Schell war beeindruckt, wie die jungen Menschen damit umgingen. Da sie ohnehin eine berufliche Veränderung suchte, passte damals alles zusammen. Und den Wechsel habe sie nie bereut. „Die Vielfalt hat mich immer angesprochen“, sagt sie. „Ich habe während meiner Hospizzeit immer auch Menschen begleitet, weil es mir ein Anliegen war, auch selbst weiter Erfahrungen in der Begleitung zu machen.“

Beim Durchgehen ihrer Sachen stieß Iris Schell auf einen Zettel aus ihrem Anfangsjahr, auf welchem sie sich einige Ziele notiert hatte. Ein paar davon ließ sie zur Erheiterung der Versammelten nochmal Revue passieren. Sie wollte sich in alle Bereiche einarbeiten. Und das waren viele, sie war ihr eigener Anrufbeantworter, ihre Verwaltungskraft, ihre Sekretärin, hatte ein offenes Ohr, kommunizierte in alle Richtungen und vieles mehr. Arbeitszeiten und Schwerpunkte wollte sie klären – mit einer halben Stelle sei das so eine Sache, lachte Iris Schell. Vieles sei flexibel, lasse sich nicht mit festen Zeiten verbinden. Es brauche auch mal „Mut zur Lücke“, man müsse sich auch mal Zeit für sich nehmen, sonst schaffe man die Arbeit nicht. Das „Herzstück der Arbeit“ seien für sie als Pädagogin die Kurse gewesen. Für die Zusammenarbeit mit dem Vorstand habe man einen guten Weg gefunden und „ihr werdet mir fehlen“. Mit der Gruppe habe sich im Lauf der Zeit eine funktionierende Struktur gefunden. „Ihr seid einfach eine tolle Gruppe“, meinte Schell, verbunden mit einem Dank. „Ohne euch geht gar nichts.“

Am 1. Oktober hat Iris Schells Nachfolgerin Beate Lehmann die Arbeit bereits aufgenommen, sodass beide noch vier gemeinsame Wochen zum Einlernen haben. Beate Lehmann ist Krankenschwester mit einer Zusatzausbildung Paliativcare sowie einer Weiterbildung als Painnurse. Derzeit macht sie noch eine Koordinatoren-Ausbildung. Die 49-Jährige kommt aus Ottenbronn und die Herausforderung der Koordinationsstelle reizt sie. Sie ist zugleich in Leonberg im stationären Hospiz tätig und der ambulante Hospizdienst biete nochmal ganz andere Facetten.

Text und Fotos: Jacqueline Geisel geisel [at] sg-pr [Punkt] de, Wochenblatt Weil der Stadt vom 29.10.2020

Spende des Rotary Clubs für die Hospizarbeit

Jedes Jahr im März veranstaltet der Rotary Club Leonberg-Weil der Stadt seine Benefizgala zugunsten des stationären Hospizes Leonberg und des Ambulanten Hospizdienstes Weil der Stadt. Dieses Jahr betrug der Erlös 15.000 €. Eine große Summe für die Hospizarbeit und vor allem eine verlässliche Größe schon seit vielen Jahren.

Unser Hospizdienst erhält 3000 €. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Rotariern für ihr Engagement und bei allen Konzertbesuchern. Wir freuen uns über die Unterstützung und die damit verbundene Wertschätzung für unsere Arbeit. Wir freuen uns auf das Konzert im nächsten Jahr.

 

25 Jahre ehrenamtliche Hospizarbeit

Der Ambulante Hospizdienst Weil der Stadt e.V. hat Grund zum Feiern: wir blicken mit Stolz auf 25 Jahre ehrenamtliche Hospizarbeit!

1991 entstand die Idee, Sterbenden und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase beizustehen. 1992 hat die Hospizgruppe dann ihre Arbeit aufgenommen.

In diesen 25 Jahren haben wir mit dem großen Engagement unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Sterbende in Weil der Stadt, Simmozheim und Ostelsheim begleiten dürfen. Ihnen allen, die sich für diesen Dienst interessieren, in Schulungen darauf vorbereiten und sich engagieren, danken wir für ihren Einsatz – ohne sie gäbe es keinen Hospizdienst!

Auch ohne all die Mitglieder, Spender und Unterstützerinnen, hätte es unseren Dienst so nicht gegeben. Ihnen allen gebührt unser herzlicher Dank.

Mit einem vielfältigen Festprogramm feiern wir unser 25 jähriges Jubiläum von Oktober 2016 bis April 2017. Wir hoffen, dass im beiliegenden Programm auch etwas für Sie dabei ist.

Wir laden Sie ganz herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen!