Aktuelle Informationen
  • Die Mitgliederversammlung des AHD am 16.11.20 muss leider wegen Corona abgesagt werden. Eine Verschiebung ins Jahr 2021 ist wahrscheinlich. Unsere Mitglieder werden rechtzeitig informiert.
  • Wegen Corona müssen wir leider unser Seminar für Interessierte an der Hospizarbeit absagen. Eine Verschiebung ins Jahr 2021 ist geplant.

 

Ambulanter Hospizdienst Weil der Stadt e.V.

Unterstützt und begleitet Sterbende,
Schwerkranke und ihre Angehörigen

Zur Zeit (2012) sind in Weil der Stadt 27 Hospizhelferinnen und 3 Hospizhelfer ehrenamtlich tätig.

Insgesamt wurden 9 Vorbereitungskurse mit über 130 HospizhelferInnen durchgeführt.

Der Ambulante Hospizdienst setzt sich dafür ein, Krankheit und Sterben als einen wichtigen Teil des Lebens zu verstehen und anzunehmen.

Wir möchten in unserer Gesellschaft zu einer bewussteren Haltung zu Krankheit, Sterben und Tod und Trauer beitragen.

Wir ermöglichen es Kranken und Sterbenden, die letzte Zeit ihres Lebens in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen.

Zuständigkeitsbereich

Wir sind zuständig für Weil der Stadt mit allen Teilorten, Simmozheim und Ostelsheim.

Iris Schell nimmt Abschied vom ambulanten Hospizdienst

Nachfolge tritt Beate Lehmann an

Nach zwölf Jahren als Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Weil der Stadt geht Iris Schell in den wohlverdienten Ruhestand. Bei einer kleinen, vereinsinternen Feierstunde im St. Augustinus wurde die 64-Jährige verabschiedet – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie viel den Menschen an ihr liegt, wurde dabei mehr als deutlich.

Vertreter aus den Reihen der Ehrenamtlichen dichteten für Iris Schell, spielten auf der Blockflöte und sangen sogar „Don’t worry, be happy“ inklusive passender Smileys für sie. Viele liebevoll gestaltete, gut durchdachte Geschenke vom Vorstand, der Stadt und den Ehrenamtlichen zauberten Iris Schell ein Lächeln ins Gesicht. Sie war sichtlich gerührt von so viel Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Das hat sich Iris Schell den Rednern zufolge mit ihrer Arbeit auch redlich verdient. Sie habe den Hospizdienst immer gut vertreten, befand Vorsitzender Dr. Eberhard Röhm. Sie habe sich um vieles immer sehr bemüht, sei es die Reihe „Hospiz und Kino“, die Beratungstermine zur Patientenverfügung und Vollmachten, das Trauercafé oder die Kurse. „Für Menschen, die uns gebraucht haben, gab es immer Zeit und keine Sprechstunden“, erzählte Iris Schell. „Iris Schell ging in ihrer Arbeit auf“, bescheinigte Röhm. Und sie habe ihre Arbeit toll gemacht. Röhm habe die „gute Zusammenarbeit“ immer sehr genossen. Iris Schells Weg sei oft ein „schnörkelloser und geradliniger, immer sehr direkter“ gewesen.

2008 hat Iris Schell die Stelle als Koordinatorin des Hospizdienstes angetreten. Die Hospizgruppe existiert bereits seit über 25 Jahren, im Jahr 2007 gründete man einen Verein und richtete eine hauptamtliche Leitungsstelle ein. Diese hatte Irmela Dietz inne – eine Bekannte von Iris Schell. So erfuhr sie auch von der Stelle. Als Diplom-Pädagogin hatte Iris Schell bis dahin FSJ-Kurse pädagogisch begleitet, in denen Leute ausgebildet wurden, die ihren Dienst im Altenheim leisten wollten. Dadurch kam sie mit dem Thema in Kontakt, mit Leid, Tod und Sterben. Iris Schell war beeindruckt, wie die jungen Menschen damit umgingen. Da sie ohnehin eine berufliche Veränderung suchte, passte damals alles zusammen. Und den Wechsel habe sie nie bereut. „Die Vielfalt hat mich immer angesprochen“, sagt sie. „Ich habe während meiner Hospizzeit immer auch Menschen begleitet, weil es mir ein Anliegen war, auch selbst weiter Erfahrungen in der Begleitung zu machen.“

Beim Durchgehen ihrer Sachen stieß Iris Schell auf einen Zettel aus ihrem Anfangsjahr, auf welchem sie sich einige Ziele notiert hatte. Ein paar davon ließ sie zur Erheiterung der Versammelten nochmal Revue passieren. Sie wollte sich in alle Bereiche einarbeiten. Und das waren viele, sie war ihr eigener Anrufbeantworter, ihre Verwaltungskraft, ihre Sekretärin, hatte ein offenes Ohr, kommunizierte in alle Richtungen und vieles mehr. Arbeitszeiten und Schwerpunkte wollte sie klären – mit einer halben Stelle sei das so eine Sache, lachte Iris Schell. Vieles sei flexibel, lasse sich nicht mit festen Zeiten verbinden. Es brauche auch mal „Mut zur Lücke“, man müsse sich auch mal Zeit für sich nehmen, sonst schaffe man die Arbeit nicht. Das „Herzstück der Arbeit“ seien für sie als Pädagogin die Kurse gewesen. Für die Zusammenarbeit mit dem Vorstand habe man einen guten Weg gefunden und „ihr werdet mir fehlen“. Mit der Gruppe habe sich im Lauf der Zeit eine funktionierende Struktur gefunden. „Ihr seid einfach eine tolle Gruppe“, meinte Schell, verbunden mit einem Dank. „Ohne euch geht gar nichts.“

Am 1. Oktober hat Iris Schells Nachfolgerin Beate Lehmann die Arbeit bereits aufgenommen, sodass beide noch vier gemeinsame Wochen zum Einlernen haben. Beate Lehmann ist Krankenschwester mit einer Zusatzausbildung Paliativcare sowie einer Weiterbildung als Painnurse. Derzeit macht sie noch eine Koordinatoren-Ausbildung. Die 49-Jährige kommt aus Ottenbronn und die Herausforderung der Koordinationsstelle reizt sie. Sie ist zugleich in Leonberg im stationären Hospiz tätig und der ambulante Hospizdienst biete nochmal ganz andere Facetten.

Text und Fotos: Jacqueline Geisel geisel [at] sg-pr [Punkt] de, Wochenblatt Weil der Stadt vom 29.10.2020